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gewöhnlicher Giersch (Aegopodium podagraria)

Der Giersch gehört zur Familie der Doldenblütler. Da es in dieser Pflanzenfamilie viele giftige Vertreter gibt, wie den gefleckten Schierling (Conium maculatum) oder die Hundspetersilie (Aethusa cynapium), muss hier besonders auf die sichere Erkennung geachtet werden. Ein guter Leitspruch zum erkennen des Giersch lautet: „Drei, drei, drei – bist beim Giersch dabei!“. Der Giersch hat immer einen dreikantigen Stängel, ein dreigeteiltes Blatt und das oberste Einzelblatt ist auch immer dreigeteilt. Die Blätter haben eine frischgrüne bis gelbgrüne Farbe. Im Frühling ab März fangen die ersten Blätter aus den langen und tief wachsenden Ausläufer zu sprießen. Ab Juni kann der Giersch zu einer Höhe von fast einem Meter heranwachsen und bildet Doldenblüten, die aus bis zu 25 Dödlchen bestehen. Die einzelnen Blüten sind etwa 3mm groß und haben 5 Blütenblätter. Die von anderen Doldenblütler bekannten Hülle und Hüllchen fehlen beim Giersch vollständig. Nach der Blüte bildet der Giersch eine 3 bis 4 mm lange, ovale und abgeflachte Spaltfrucht aus. Der Giersch, welcher auch Erdholler, Geißfuß oder Zipperleinkraut genannt wird, wächst gerne auf nährstoffreichen Böden, die sich im Schatten oder Halbschatten befinden. Somit kann man den Geißfuß gerne in Gärten, lichten Wäldern, Waldrändern oder Parks antreffen. Der Name Geißfuß kommt von seinen Blattstielen. Wenn man diese vorsichtig direkt am Boden von der Pflanze trennt, so kann man an dessen Anfang auch einen Geißfuß erkennen.

Eine Verwechslung ist grundsätzlich mit allen Doldenblütler möglich, wenn nur die Blüte betrachtet wird. Beim Giersch ist es wichtig auf die Blattform und die dreier-Regel zu achten. Dreikantiger Stängel – Dreigeteiltes Blatt und das oberste Teilblatt ist auch immer dreigeteilt.

 
Traditionell übermittelte Volksheilkunde

Der Giersch wird auch liebevoll „Multivitamin-Tablette in Kräuterform“ bezeichnet. Er hat einen sehr hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralien. Hier muss erwähnt werden, dass der Giersch viermal mehr Vitamin C als eine Zitrone beinhaltet und zudem noch einen hohen Gehalt an Vitamin A, Magnesium, Kalium und Kalzium. Somit wirkt der Giersch auf unserem Organismus auf eine einzigartige Weise krampflösend, entsäuernd, entzündungshemmend, harntreibend, ausschwemmend (von schädlichen Stoffen), entgiftend und vitalisierend.

Der lateinische Name „podagraria“ deutet bereits auf die traditionelle Verwendung hin. „podagraria“ leitet sich von dem Wort Podagra ab, das so viel bedeutet wie „heftiger Gichtschmerz im Großzehengelenk“. Somit ist der Giersch eine wundervolle Pflanze bei Gicht und Rheuma. Aber auch für Frühjahrskuren, zur schonenden Entwässerung, bei Antriebslosigkeit und zur Entsäuerung des Körpers kann Giersch verwendet werden.

 
Kulinarisches Einsatzgebiet

Der Geschmack von Giersch erinnert an Karotte und Petersilie. So werden auch die älteren Blätter des Gierschs als Petersilienersatz verwendet. Der Geruch ist aromatisch und hat einen Hauch von Karottengrün. Beim Zipperleinskraut werden primär die Blätter roh oder gedünstet verwendet. Sie kommen in Kräuterlimonaden, in Suppen als Gemüse, in Salaten, als Spinat, in Kräutersalze, in Gemüsepfannen und zur Aromatisierung diverser Speisen und Getränken zum Einsatz. Auch die Samen werden zum Würzen von Speisen verwendet.


Somit an alle Gärtner da draußen: Ärgert euch nicht über den Giersch, esst in auf! Dann seit ihr ihn nicht nur los, sondern auch vitalisiert!

Bei mir wächst er mittlerweile nicht mehr so üppig, dass ich teilweise bereits in die Auen zum Pflücken gehen muss!


 
Aber-Glaube!

Der Giersch ist ein fixer und wichtiger Bestandteil der berühmten Neunkräutersuppe. Davon kann man ableiten, dass bereits in früheren Zeiten dem Giersch eine starke Kraft der Vitalisierung zugeschrieben wurde. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Giersch mit der Form seiner Blätter immer wieder die 3 bzw. die 9 aufweist. Wenn man nachdenkt sind dies Zahlen die in unserer Kultur schon früh eine große Bedeutung hatten.



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